Veranstaltungshinweis: 24.01., 20Uhr, Cafe Palaver: Dublino tre, diritti zero“  – Dublin III, null Rechte

Am Freitag, den 24.1.2020 findet um 20.00 Uhr im Cafe Palaver im Gewerbehof, Steinstr. 23, in Karlsruhe die Veranstaltung „Dublino tre, diritti zero“  – Dublin III, null Rechte – Dublin-Abschiebungen nach Italien und und die Folgen für die Geflüchteten mit einem Vortrag der italienischen Aktivistin Yasmine Accardo von LasciateCIEntrare statt. Anschließend Diskussion. Veranstalter_innen sind bislang u.A: Das Offene antirassistische Treffen Karlsruhe, AKI Karlsruhe und IL Karlsruhe

Was deutsche Abschiebungen betrifft, belegt Italien einen traurigen ersten Platz: In kein anderes Zielland wurden 2019 mehr Menschen abgeschoben als nach Italien. Auch aus Karlsruhe finden regelmäßig solche
Abschiebungen statt, alles unter der Federfühtrung des Regierungspräsisiums Karlsruhe (RP).
Dies geschieht, obwohl NGOs seit Jahren von der menschenunwürdigen Situation vor Ort berichten.
Nach wie vor häufen sich Berichte von Personen, die sich in Italien ohne staatliche Unterstützung mit einem Leben in der Obdachlosigkeit und Illegalität konfrontiert sehen.
Was die Menschen nach einer Abschiebung in Italien erwartet, darüber spricht Yasmine Accardo von LasciateCIEntrare. Die zivilgesellschaftliche Initiative wurde 2011 mit dem Ziel gegründet, den freien Zugang von Vertreter*innen aus Presse, Vereinen und Organisationen in den Abschiebehafteinrichtungen (CIE) zu fordern. Sie kämpft unter anderem für die Schließung dieser Einrichtungen und liefert Untersuchungen zu den schlechten Aufnahmebedingungen sowie den schmutzigen Geschäften mit der Aufnahme von Geflüchteten. Der Vortrag geht auf die Auswirkungen der Dublin-III-Verordnung ein. Die aktuell gängie Praxis zeigt, wie Menschen legal wie „sozial“ unsichtbar gemacht werden. Anhand von eigenen Fallstudien zeigt Accardo wie chaotisch und willkürlich das italienische Asylsystem ist. Da keine einheitlichen Aufnahmeverfahren existieren, kommen viele Geflüchtete ohne soziale oder rechtliche Orientierung in Italien an. Am Ende sind sie es, die mit dem massiven Risiko von Missbrauch und Ausbeutung einen hohen Preis für die verschärfte deutsche und europäische Asylpolitik zahlen müssen.